Projekt 180° macht sich die Mittel dieser Medien zunutze, um darüber
den Zuschauer zu erreichen.
Neben den Darstellern wird hierbei die Musik und die Bühne vom
Status einer produktionsbegleitenden Komponente in einen leichberechtigten
Stand erhoben und spricht somit den Zuschauer auf den unterschiedlichsten
Wegen an. Die Bühne ist nicht nur der Ort, auf dem sich die Darsteller
bewegen, sondern gleichzeitig auch der Betrachter. Von seinem Standpunkt
hängt es ab, was er wie sieht und wie er es wahrnimmt. Die Musik verliert
ihren rein unterstützenden Charakter und wird zum Akteur. Eine Lautstärke,
die bis an die Schmerzgrenze geht aber auch absolute Stille versetzt den
Zuschauer automatisch in die unterschiedlichsten Erregungszustände.
In den ersten beiden Produktionen (180°
Unschärfe und Metropolis)
wurde ganz auf verständliche Sprache verzichtet, die Darsteller unterhielten
sich in einer Kunstsprache. Der Zuschauer ist dadurch auf die Wahrnehmung
der Emotionen und Handlungen der Darsteller reduziert, der gesprochene
Inhalt bleibt ihm verschlossen. Was auf der einen Seite eine
Beschneidung ist, öffnet die Phantasie und Bereitschaft zu Neuem
auf der anderen. Der Zuschauer lernt neu zuzuschauen.