Alle Jahre? – Diesmal nicht! Liebe Freunde unserer traditionellen Jahresend-Produktion! Wenn wir Sie diesmal auf das Frühjahr vertrösten müssen, hat das vor allem einen organisatorischen Grund: Das „Karlsjahr 2014“ wirft nämlich seine Schatten voraus und wir wurden seitens des Kulturbetriebs der Stadt Aachen gebeten, uns am Rahmenprogramm zu beteiligen. Um dem Auftrag gerecht zu werden, haben wir gemeinsam etwas recht spektakuläres entwickelt: Ein „Karl-der-Große-Krimidinner.

Mehr zu diesem Kriminalstück zum Mitraten in mittelalterlichem Ambiente (zum Beispiel ab März 2014 im Marschiertor Aachen) und mit Livemusikbegleitung der Capella Aquisgrana unter diesem Link.

 

Zurückliegende Hausproduktionen:

 

SHERLOCK HOLMES– Skandal in Böhmen 2012/13
Sherlock Holmes

 

Nach Arthur Conan Doyle, von J. Sophie Charlotte Kröhnert

König Wilhelm Gottsreich von Böhmen hat sich in eine missliche Lage gebracht, als er sich in Champagnerlaune gemeinsam mit seiner Geliebten, der Schauspielerin Irene Adler photographierte. Ein unverzeihlicher Fehler, der nur dadurch übertroffen wird, dass sie dabei die böhmischen Kronjuwelen trägt …

Was wäre, wenn diese Photographie in die falschen Hände geriete – ausgerechnet jetzt, wo seine Majestät im Begriff ist, sich mit der tugendhaften Patentochter der Königin Viktoria zu verloben? Könnte ein solcher Skandal womöglich den nationalen Frieden in Gefahr bringen?

Aber natürlich wäre Sherlock Holmes nicht der berühmteste Detektiv aller Zeiten, wenn es ihm nicht gelänge, diese Angelegenheit zu einem guten Ende zu bringen und ganz nebenbei auch noch zwei andere Fälle zu lösen. Und das, ohne auch nur einen Fuß vor die Tür der Baker Street 221b zu setzen. – Oder etwa doch?

Es handelt sich bei den Weihnachtsproduktionen des Theater 99 – wie schon an den Spielzeiten zu erkennen – nicht um Kinder-, wohl aber um Familienstücke, an denen ältere Kinder und Erwachsene gleichermaßen ihren Spaß haben.

Premiere war am 1. Dezember um 20 Uhr im Theater 99, Gasborn 9-11 in Aachen.

Robin Hood (2011)
Die drei Musketiere (2010)
In 80 Tagen um die Welt (2008)
Karl May in 90 Minuten (2007)
Der Kurier des Zaren (2006)
Der Ring der Nibelungen (2005)
Dracula (2004)
Ben Hur (2003)

ROBIN HOOD 2011/12

 

Wir alle kennen die Geschichte um den edlen Räuber im mittelalterlichen England, der nur von den Reichen nahm und es den Armen gab, der Lady Marian von Locksley liebte und dessen ärgster Feind der Sheriff war. Wir alle kennen auch seine Gefährten Little John, den Müller Mitch, Will Scarlett oder Bruder Tuck und wissen, dass es König Johann war, der dafür sorgte, dass es dem Volk in diesen Zeiten schlecht erging. Irgendwie gab es da auch noch einen Sänger, manche Schlägerei und einen Bogenwettkampf, doch ging am Ende alles gut aus und ist sogar historisch belegt.

Doch war das alles wirklich so? – Nicht ganz!

Wir wollten es nämlich genauer wissen und haben also recherchiert. Und aus dem, was dabei herausgekommen ist, haben wir ein neues Stück gemacht. Eines, das genau so ist, wie wir es kennen – nur eben ganz anders.

 

Seit 2003 bringt das Theater 99 alljährlich einen Klassiker der Weltliteratur (zuletzt „Die drei Musketiere“) auf die Bühne. Dabei bleibt die Inszenierung in Text und Ausstattung – gelegentlich augenzwinkernd – immer so nah wie möglich an der Romanvorlage. Was immer wieder für Überraschungen gut ist – denn: war man sich nicht sicher, dass man die Geschichte kennt und hat man gerade nicht etwas ganz anderes gesehen? Oder doch nicht?

Bei der diesjährigen Winterproduktion handelt es sich – wie auch in den Vorjahren – keineswegs um ein Kinderstück. Das machen allein schon die Aufführungszeiten deutlich. Dafür ist es aber ein ausgesprochenes Familienstück, an dem Großeltern, Eltern und Kinder ab ca. 10 Jahren gleichermaßen Spaß haben werden.

Premiere war am 3. Dezember um 20 Uhr im Theater 99, Gasborn 9-11 in Aachen.

 

Die drei Musketiere 2010/11
KOMPLETT IN 3-D*!

 

Premiere am 04 Dez 2010
*OHNE BRILLE

Was Hollywood kann, kann das Theater 99 schon lange: Ab Dezember bringt es die „Drei Musketiere“ komplett in 3-D auf die Bretter von Aachens ältester freier Bühne. Und das beste daran ist: Man braucht nicht einmal eine von diesen albernen Brillen, um das Schauspiel nach dem berühmten Roman von Alexandre Dumas hautnah erleben zu können! Und die Idee hatten wir auch zuerst! Wie auch immer: Wer sich für echte Kerle, klirrende Säbel, schöne Frauen und große Gefühle begeistern kann, bekommt bei uns von allem reichlich.

Die Hausproduktion Winter 2009/10 musste aus Krankheitsgründen leider ausfallen.

 

In 80 Tagen um die Welt 2008/09
Relativ nah dran an Jules Verne.

Ist es möglich, in 80 Tagen eine Reise um die Welt zu machen? „Selbstverständlich“, wettet Phileas Fogg, Mitglied des „Reform Club“ im viktorianischen London und macht sich stehenden Fußes zusammen mit seinem just neu eingestellten Diener Passepartout auf den Weg – nicht ahnend, dass ihm dabei die unterschiedlichsten Leute aus den unterschiedlichsten Gründen auf den Fersen sind.

„In 80 Tagen um die Welt“ ist die sechste Produktion in einer Reihe von „Monumental-Inszenierungen“, in denen das Ensemble große Stoffe (Ben Hur, Dracula, Der Ring der Nibelungen, Der Kurier des Zaren und Karl May in 90 Minuten) auf die 30 qm kleine Bühne des Hauses bringt. Klar, dass es dabei nicht immer ganz ernst zugehen kann, oder?

Dennoch – oder vielleicht auch gerade deshalb – erfreuen sich diese Produktionen großer Beliebtheit bei einem sehr breit gestreuten Publikum und werden bei notorischen Nicht-Theatergängern häufig als erfolgreiche „Einstiegsdroge“ angewandt.

 

Der Beweis: die Welt ist flach und nur 30 Quadratmeter groß. Mr. Fogg und ein Teil seines Gefolges.

Die Personen und ihre Darsteller (in der Reihenfolge ihres Auftritts):

Inspektor Fix von Scotland Yard Thomas van Gent
Alice Jollivet, französische Journalistin J. Sophie Charlotte Kröhnert
Harry Blount, englischer Reporter Thorsten Schumann

Mr. Stuart, Mitglied des Reform-Club Oliver Steinhauer
Mr. Sullivan, Mitglied des Reform-Club Thorsten Fröhling
Mr. Flanaghan, Mitglied des Reform-Club Daniel Dericum

Phileas Fogg, englischer Gentleman René Beaujean
Passepartout, sein Diener Michael Kröhnert

Elizabeth Francis Cromartry, englische Lady Gabi Thomas

Aouda, indische Prinzessin Ricarda Schumann
Damini, indische Hofdame Ira Esser/verletzungsbedingte Vertretung: Andrea Müllejans

Buch und Regie J. Sophie Charlotte Kröhnert

Regieassistenz Daniel Dericum

Musik/Ton Ricarda Schumann
Kostüme Ljuba Ivanowa, Anja Setzen
Bühnenbild, Requisiten Michael Kröhnert, Ensemble
Technik Nina M. Stiefmayer, Daniel Dericum, Thorsten Schumann, Andreas Mischo
Plakat, Grafik Michael Kröhnert
Vielen Dank an:
Arup Sen Gupta, Wiltrud Schumann, Sabine Lenz, Anja Setzen, Werner Setzen, Elke Hugot, François du Plessis, Werner Schmidt, Werner Thomas, Eva Schmitz, Piccobella, und viele andere

Karl May in 90 Minuten 2007/08

 

„Geht nicht – gibt’s nicht!“ – getreu dieser Devise brachte das Theater 99 bereits „Ben Hur“, „Dracula“ den kompletten „Ring der Nibelungen“ und Jules Vernes „Kurier des Zaren“ auf die Bühne.

 

„Darf’ s auch ein bisschen mehr sein?“ lautet das Motto diesmal, denn nicht weniger als 53 Romane sowie eine Reihe von für das heutige Ohr geradezu beleidigenden Gedichten gilt es in neunzig Minuten kennen zu lernen. Wer bislang geglaubt hat, dass der Herr May in erster Linie seinen „Winnetou“ und vielleicht noch den ein oder anderen „Wüstenroman“ geschrieben hat, wird nicht schlecht staunen, wenn er sich plötzlich mit dem wagemutigen Doktor Karl Sternau, dem herzigen Waldröschen, dem schönen, aber eitlen Schwarzen Kapitän und der intriganten Miss Admiral konfrontiert sieht. Und dass Themen wie Wellness, Börsencharts, straffällige Bürger mit Migrationshintergrund und Frauen in Führungspositionen auch damals schon brandaktuell waren, wundert den geneigten Zuschauer am Ende auch nicht mehr.

Der Kurier des Zaren 2006/07
Man schreibt das Jahr 1879. Im zaristischen Russland proben abtrünnige Sibirier unter der Führung des ehemaligen Offiziers Ivan Ogareff den Aufstand – unterstützt von dem tartarischen Fürsten Feofar Khan und seinen Truppen.

Schon sind die Telegrafenleitungen gekappt und es ist nur noch eine Frage der Zeit, bis die sibirische Hauptstadt Irkutsk mitsamt dem Großfürsten in die Hände der Aufständischen fällt.

Die Lage ist nahezu hoffnungslos, doch der Zar unternimmt einen letzten Versuch zur Rettung seines Reiches und schickt seinen besten Kurier auf eine lange und gefährliche Reise …

Klar, dass es auch hierbei wieder reichlich turbulent zuging und unmöglich auf die bereits bewährte Mischung aus Drama, Komödie, Film, Musik (diesmal allerdings ohne Gesang) und Action verzichtet wurde, oder?

Wir möchten an dieser Stelle noch einmal ausdrücklich

den Stolberger Hunnen und Freunde
der Tänzerin Namjira (orientalischer Tanz), Bonn
Andreas Fehrmann und Bernhard Krauth vom Jules Verne Club Deutschland
Herrn Hambück von der Tuchfabrik Becker
Milites liberi, Aachen
MainConcept, Aachen
Sans Paroles Boutique im City Center, Aachen
Schlosserei Hein de Bruin, Aachen
Alexandra Briemle, Anja Quadflieg, Sissy Sevenich, Natalie Brach, Udo Kupski, Ulrike Först
dem Theater Aachen
den »Tiertrainern« Judith Erth und Ina Usselmann
mit Hund Don, Pferd Alf, Stand-In-Pferd Brynja
Wolfgang Leuner, Helmut Lenz, Wolfgang Colsman, Joe Spencer, Reinhold Filla
der Stolberger Jugendberufshilfe e.V.
und ganz besonders Thomas Bünten

für ihre Unterstützung unseren Dank aussprechen.

 

Der Ring der Nibelungen 2005/06

 

Sie denken, dass Sie wissen, was es mit Siegfried und dem Ring der Nibelungen auf sich hat? Das lernt man doch in der Schule, denken Sie? – Falsch gedacht!
Auch wenn Sie noch so gut aufgepasst haben: Wetten, dass Sie nicht in der Lage sind, alle der folgenden Fragen zu beantworten:

In wessen Blut badete Siegfried nochmal? (Kleiner Tipp: „Drache“ ist schon mal falsch!)
Wie war das mit Wotan und Erda?
Wer ging für wen durchs Feuer?
Kriemhild oder Brunhild?
Was geschah wirklich in König Gunthers Schlafzimmer?
Wem gehören alle abgeschlagenen Gliedmaßen?
Vor allem: Wer hat die Sache mit Ring der Nibelungen überhaupt angefangen? Und: War das nötig ?

Wer sich im Theater überraschen lassen will, wie der Kampf zwischen Siegfried und dem Drachen gemacht wird, sollte hier nicht klicken. Neugierige tun’s trotzdem.

Dracula 2004/05

 

Die wilde Fahrt durch die Karpaten (das war ein kurzer Super-8-Film in Cinemascope, hier als animiertes .gif):

 

Ben Hur 2003/04

 

Diese erste gemeinsame Produktion des Theater 99-Hausensembles hatte am 20. Juni 2004 im ausverkauften Haus ihre Derniere.

Das schrieben die Aachener Nachrichten (10.12.03):

„Persiflage auf Helden und große Schlachten – Ideenreich und höchst unterhaltsam – Buch und Regie stammen von Jutta Kröhnert, die mit „Ben Hur“ ein glanzvolles Debut feiern kann“

 

Und das hier schrieb die Aachener Zeitung am gleichen Tag – normalerweise ärgert man sich über eine derart genaue Nacherzählung, die fast alle Gags und Inzenierungseinfälle verrät, aber jetzt ist’s ja egal:

Ben Hur und seine Abenteuer als tumber Gameboy-Held
Akut zeigt satirisch-turbulente Inszenierung des Klassikers – Uppiges Historiendrama gekonnt auf wenige Quadratmeter gebannt

AACHEN. Wer glaubte, das üppige Historiendrama „Ben Hur“ berge keine Uberraschungen mehr, der tat gut daran, seine Vorstellungen an der ,,AKuT“-Garderobe abzugeben. Mit viel Wortwitz, unerwarteten Handlungssträngen, dem Einsatz von Computertechnologie und mit tatkräftiger Unterstützung des Publikums bot sich im Theater 99 eine futuristisch-komödiantische Musical-Version des literarischen Klassikers.

Souveräner Erzähler
Der Erzähler (Michael Kröhnert) leitete souverän durch den Abend, verknüpfte die Szenen, erklärte, interpretierte, kommentierte und war Mittler zwischen Darstellern und Publikum. Auf einer großen Schullandkarte wurden die Stätten der vor 2000 Jahren in Palästina angesiedelten Geschichte markiert.
Aus einem Lexikon (kein Lexikon: es wurden Zitate aus „Ben Hur“ vorgelesen – Anm. des Setzers) rezitierte der Erzähler übers Stichwort „Galeere“ und ließ die Zuschauer die Definition gleich umsetzten (sic!): Es musste gerudert werden. Trommelschläge gaben den Takt vor, in dem die unter den Sitzen hervorgeholten langen Schaumstoffstangen vor und zurück bewegt wurden.

Als es zum Kampf auf offener See kam, warfen sich beim virtuellen Zusammenstoß mit der feindlichen Flotte in einem Ruck alle – „Ruderer“ nach vorne, und der Sklave Ben Hur tauchte als Schiffsbrüchiger wieder auf – nicht ohne einen großen Schluck Wasser in die ersten Reihen zu spucken.
Zwar blieb Ben Hur (Bernd Miozga) das Glück hold, aber er kam als begriffsstutziger Simpel daher, der dadurch zu Ruhm und Ehre gelangte, dass er eher zufällig zur rechten Zeit am rechten Ort war. Ganz anders sein kluger Widersacher Messala (Thorsten Schumann), der vom Pech verfolgt schien. Bereits das Wortgefecht der ersten Szene, im Duett gesungen, festigte die Fronten.

Versuchungen locken
Messala prangerte Ben Hur als Mörder des römischen Prokurators an, was ihn zum Sklaven machte (wen jetzt? – Anm. des Setzers) und seine Mutter, das Mannweib Au Hur (Thomas van Gent), und Schwester Tirza (Yvonne Oheim) ins Gefängnis brachte. Während seines Rachefeldzugs gegen den Schurken und bei dem Vorhaben, ein Reich Judäa zu gründen, erlag Ben Hur zwischenzeitlich den verschiedensten Versuchungen, in Gestalt von Simonides, dem reichen – und weiblichen – Kaufmann (Gabi Thomas), der intriganten Iras (Ricarda Schumann) oder der schüchternen Esther (Jutta Kröhnert).

Der Kampf zwischen Bösewicht und Sympathieträger gipfelte im entscheidenden Wagenrennen. Einmal mehr überraschte die AKuT-Truppe mit einer ungewöhnlichen Idee: Das Rennen wurde auf einer großen Leinwand im Stil eines Computerspiels simuliert, bei dem Ben Hur und Messala statt Zügeln die elektronische Steuerung bedienten.

 

Das große Wagenrennen
Natürlich hat der Held gewonnen, seine Familie wurde aus dem Gefängnis befreit, was im sensationsheischenden Stil einer Boulevard-Sendung auf der Leinwand zu sehen war, und letztlich entschied das Publikum mit der Stärke des Applauses darüber, wer die Frau an der Seite des Helden werden sollte…
(von AZ-Mitarbeiterin Beate Müller)

Live aus der Festung Antonia

Fotos: D. Behnke, M. Kröhnert, O. Steinhauer, Fans